Ausschnitt einer vielsagenden Studie

Cisco Systems und die Sprachkommunikation: Wie es wirklich ist....

Cisco Systems hat die Kommunikationsindustrie deutlich darin beeinflusst, sich rasch bezüglich `Voice over IP' (VoIP) Lösungen weiterzuentwickeln. Die überzeugende Botschaft von Cisco, die monolithischen, proprietären PBX'en durch offene, IP basierte Systeme zu ersetzen, kam gut bei den Nutzern an und rief gleichzeitig eine Wandlung vom Großrechner zur PC-, Client/Server Technologie hervor.

Die Sprachlösungen von Cisco beinhalten etliche geschützte und Vor-Standard-Aspekte in Bereichen wie Signalisierung, Redundanzen und `Inline Power-Support'. Obwohl Cisco das SIP1, den aufkommenden Branchenstandard für den Aufbau von Anrufen und Nachrichtenübermittlung in etlichen Produkten unterstützt, erfordert aber die ganzheitliche Lösung, dass der Anwender das `Skinny' Protokoll von Cisco einführt. Die grundlegende Philosophie von Cisco war es, Wertschöpfung zu generieren, egal welches System oder Protokoll mit einer Infrastruktur von Cisco verbunden wurde. Mit eigenen Protokollen, wie dem IGRP2 hielt man sich die Netzwerkkonkurrenten vom Leib, aber eben nicht auf Kosten der Eigenschaften und Fähigkeiten angeschlossener Systeme.

Cisco versucht zu einem Zeitalter zurückzukehren, in dem Unternehmen nicht die Wahl hatten, ihre IP-Komponenten bei unterschiedlichen Anbietern zu kaufen. Die Marketing- und Verkaufsargumente von Cisco bezeichnen diese neuen Eigenschaften und Fähigkeiten als offen und `auf Standards basierend', obwohl sie dies nicht sind. Gartner glaubt, dass die Positionierung dieser neuen Funktionen durch Cisco als Vorbereitung für die IP-Telefonie irreführend ist. In Wirklichkeit bieten diese Features nur Unterstützung für die `Cisco Telefonie'. Cisco gibt vor, die Migration der auf offenen Standards basierenden IP-Telefonie weg von proprietären Systemen zu unterstützen. Dies wird durch die Art und Weise deutlich, wie Cisco Redundanz für die verkauften Sprachanwendungen liefert.Zusätzlich hat Cisco den Verkauf von Vor-Standardversionen der `Power over Ethernet-Lösungen' verstärkt. Cisco's Bedarf, vor-standardisierte Voice Implementierungen zu fördern, wird akzeptiert, störend an Cico's Position ist jedoch, dies als Grundvoraussetzung für IP-Telefonie zu sehen und vermehrt auf Vor-Standardlösungen, denen kein offensichtliches Anwenderbedürfnis zugrunde liegt, zu setzen. Der 802.3af Standard basiert hauptsächlich auf Hardware, daher laufen Vor-Standardversionen nur mit Cisco Produkten. Unternehmen sollten den Kauf von Power-over-Ethernet Lösungen solange unterlassen, bis Cisco eine konkrete Entscheidung bezüglich ihrer IP-Voice Ausrichtung getroffen hat. Cisco's Zustimmung, standardbasierte Produkte zu liefern, falls der Standard verfügbar ist (vorhergesagt für 1H O3), ist übereinstimmend mit der Vorgehensweise bei anderen Standards. Cisco hat sich ebenfalls verpflichtet, die aktuellen Terminals durch den zukünftigen Power-over-Ethernet Standard zu unterstützen. Zusätzlich zur Multiservice-Infrastruktur können für SRST3 und die intergrierten Power-Optionen beträchtliche Hardware und Software-Mehrkosten entstehen, in manchen Fällen 20 % und mehr. Trotz der Behauptungen von Cisco werden aktuelle offene IP Systeme nicht unterstützt.

Wenn man die Behauptungen von Cisco bezüglich offener, auf IP basierender Infrastruktur auswertet, ist es einfach festzustellen, welche Features industrieweite Lösungen unterstützen, verglichen mit denen, die nur die Technologie von Cisco benutzen. Unternehmen müssen mit Cisco besprechen, dass, falls man zu IP Sprachlösungen migrieren möchte, die aktuellen `Sprachanbieter' bei der Anpassung der Features für eine offene IP Umgebung unterstützt werden.

Unternehmen haben in diesem Zusammenhang zwei Lösungsalternativen. Die Unternehmen, die noch keinen Entschluss bezüglich zukünftiger IP-Sprachanforderungen gefasst haben, aber auf offene Systeme festgelegt sind, sollten nicht in die proprietären Zusatzmodule von Cisco, wie z. B. SRST und vor-standardisierte Power-Optionen investieren. Für Firmen, die sich bereits dazu entschlossen haben, Telefonlösungen von Cisco anzuwenden, könnten diese Features wertsteigernd für das `end-to-end' System sein; allerdings müssen diese Unternehmen realisieren, dass sie an Cisco gebunden sind und dass sie dadurch bedeutenden Verhandlungsspielraum aufgegeben haben.

Endresultat: Solange sich Cisco nicht festlegt und klare Migrationswege beschreibt, mit seinen neuen IP Sprachfähigkeiten offene Standards zu unterstützen, sollten Firmen keine Lösungen erwerben, die nur `Cisco Telefonie' unterstützen, bevor sie nicht Entschlüsse bezüglich der Sprachlösungen der nächsten Generation gefasst haben. Unternehmen sind am besten mit einer Infrastruktur bedient, die weiterhin eine offene, vielschichtige Umgebung unterstützt.


1 SIP: Session Initiation Protocol
2 IGRP: Interior Gateway Routing Protocol
3 SRST: Survival Remote Site Telephony