Implementation
Für die Implementation, das Installieren der IP-Telefonanlage, gelten dieselben Umgebungsvariablen wie bei jeder normalen EDV-Installation neuer Applikationen. Allerdings hat man bei geeigneter Planung im Vorfeld sehr viele Fehlerquellen ausgemerzt und besitzt ein eingehendes Verständnis für die Lösung.
Zunächst aber werden natürlich die zentralen Komponenten Gateway und Gatekeeper bzw. Feature-Server installiert. Wobei man hier darauf achtet, dass ein gewisses Maß an Ausfallsicherheit gewährleistet wird. Eine USV-Anlage für Gateway und Gatekeeper zahlt sich aus. Und wenn man eine USV wählt die "online" arbeitet, somit Stromschwankungen filtert und nur saubere 50 Hz an die Server-Stromversorgung übergibt, erhöht man auch die Ausfallsicherheit dieser Stromversorgungen. Das USV-Konzept sollte man nach Möglichkeit auch auf die Switches und Router des Netzwerkes ausdehnen. Zusätzliche Ausfallsicherheit lässt sich durch redundante Systeme realisieren, die auf Basis von Loadsharing bei Ausfall einer Komponente die komplette Last sofort übernehmen. Jede Ausfallsicherheit hat allerdings auch seinen Preis.
Für die Einrichtung der Software-Clients ist die beste Ausgangsposition, wenn man die PCs neu aufsetzen kann. Hierbei dann eine "Golden Unit" installieren und das identische Installationskonzept für die übrigen Clients verwendet. So geht man Problemen mit Soundkartentreiber und ähnlichem aus dem Wege. Mit den USB-Headsets, die ohne Soundkarte auskommen, ist hier wiederum eine Stufe weniger Komplexität ins VoIP-Umfeld gekommen. Im Betrieb kann man jetzt die Vorzüge von VoIP genießen. Vollständige Unabhängigkeit von proprietären Anlagen, deren System man nicht selber administrieren oder beeinflussen kann. Upgrades über Software-Patches etc.
Und hier kann man genießen, dass es sich um Software handelt. Denn zusätzliche Features die sich im Laufe der Zeit ergeben könnten, lassen sich ebenso durch Software implementieren. Wie sieht es mit einer anwesenheitsabhängigen Rufbehandlung aus? Man stelle sich einen Infrarotsensor am PC vor, der detektiert, ob ein Mitarbeiter am Platz ist. Sobald der Mitarbeiter dem Platz verlässt aktiviert der Sensor eine voreingestellte Rufumleitung: entweder Voicebox, schnurloses Telefon oder Handy. Nie wieder das Drücken des Knopfes vergessen. So und anders sehen zukünftige Zusatzfeatures im IP-Telefonsystem aus.