Einleitung

Von Voice-over-IP (VoIP) haben sich die Marktforscher mehr versprochen. Vor zwei Jahren noch hielten sie Zahlen hoch, da sollten zum jetzigen Zeitpunkt bereits in die Zigtausend VoIP-Systeme in Deutschland installiert sein. Das sie das nicht sind liegt zum einen natürlich an den Abschreibungsfristen der bisherigen TK-Anlagen, die teilweise mit Zehn-Jahres-Verträgen laufen. Zum zweiten an der gänzlich anderen Innovationskraft von VoIP, die halb- bis vierteljährlich mit neuen Softwareständen glänzt - der TK-Verantwortliche, der bisher einen Zehn-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, tut sich hier mit seiner Entscheidung schwer. Zum dritten daran, dass eine leichte Unsicherheit herrscht: "Was hole ich mir damit eigentlich ins Haus?"

Diese Bedenken sollen in diesem Artikel ausgeräumt und ins Gegenteil umgekehrt werden. Denn die Innovationskraft, die man sich mit VoIP "ins Haus holt", beflügelt das gesamte Geschäft. Von der Kundenbindung bis zum Arbeitsklima kann VoIP einen Wachstumsschub auslösen - richtig durchdacht, geplant und umgesetzt. Dieser Prozess, die konkrete Einführung von VoIP in ihr Telephoniesystem, soll hier detailliert beschrieben und mit Praxisbeispielen hinterlegt werden - es gibt sie schon, die laufenden Installationen von VoIP.

Es muss sie schließlich auch geben. Denn hat man sich auf der CeBIT 2001 umgeschaut, bekommt man den Eindruck, dass es im Grunde nur noch darum geht, wann man VoIP einführt. Die Frage "Ob?" wird nicht mehr gestellt. Der eine Anbieter (TEDAS AG)ließ auf seinem Stand das "gemeine Fußvolk" kostenlos mit VoIP in die große, weite Welt telefonieren. Auf dem anderen Stand eines althergebrachten TK-Anlagen-Herstellers (Siemens AG) gab es mehr Lösungen mit VoIP-Systemen zu sehen als mit einer TK-Anlage.

Dementsprechend ist es mehr als sinnvoll, sich jetzt und hier mit der Vorgehensweise zur Einführung vertraut zu machen. Denn wer möchte nicht vorbereitet sein, wenn der Boss fragt: "Brauchen wir eigentlich unsere TK-Anlage noch? Da gibt es doch dieses VoIP!"